Wer sind die ENIAC-Frauen?

Der ENIAC (Electronic Numerical Integrator and Computer) wurde von John Presper Ecker und John William Mauchly entwickelt. Allerdings steckt hinter der Geschichte noch viel mehr, das lange nicht erzählt worden ist: Der 17-Tonnen-Rechner wurde damals von den ersten Programmiererinnen überhaupt gesteuert. Aber wer sind diese Frauen, die so lange totgeschwiegen wurden?

Die ENIAC-Frauen waren Programmiererinnen aus Pennsylvania, die jahrelang totgeschwiegen wurden.
ENIAC-Frauen

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Frances Elisabeth Holberton ist eine von sechs ENIAC-Frauen, die als Programmiererinnen an einem geheimen Kriegsprojekt arbeiteten
Frances Elisabeth Holberton

Frances Elisabeth "Betty" Synder Holberton


Betty wird am 7. März 1917 in Philadelphia geboren. Sie studiert an der University of Pennsilvaniya, wo sie auch für ihre weitere Karriere bleiben sollte. Eigentlich wollte sie Astronomie studieren, doch ihr Professor ist dagegen, das Frauen an sein Institut kommen. So landet sie bei Journalismus und arbeitet nach ihrem Studiumsabschluss bei einem Journal, für das sie Statistiken anlegt. Diese Mathematik-Kenntnisse bringen sie schließlich zu dem Job des "Computer-Girl", wo sie gemeinsam mit anderen Frauen auf Tischrechnern wichtige Berechnungen für den Krieg ausführte wie z.B. die Flugbahn einer Kanonenkugel. Daraufhin wurde sie als ENIAC-Girl ausgewählt.

Nach dem 2. Weltkrieg wird sie Chefin einer Programmierforschungsabteil. Außerdem entwickelt sie mit Ida Rhodes die C-10-Assemblersprache für den Univsersal Automatic Calculator (UNIVAC) und entwirft ein Bedienerfeld mit einem numerischen Tastenfeld neben der Tastatur. Sie entwickelt auch das erste statistische Analyse-Verfahren, das 1950 für die US-Volkszählung verwendet wurde. Sie leistete zudem erhebliche Arbeit bei der Revision der Fortran-Porgrammiersprache (Fortran 77 und 90).

Sie galt lange als beste Programmiererin überhaupt.


Sie stirbt 2001 in Maryland.


Kathleen McNulty Mauchly Antonelli ist eine von sechs ENIAC-Frauen, die als Programmiererinnen an einem geheimen Kriegsprojekt arbeiteten
Kathleen McNulty Mauchly Antonelli

Kathleen "Kay" MacNulty Mauchly Antonelli


Kay wird 4 Jahre nach Betty am 12. Februar 1921 in Irland geboren. Sie besucht die Hallahan Catholic Girls High School in Philadelphia und schließt im Juni 1942 am Chestnut College für Frauen ein Diplom in Mathematik ab. In ihrem dritten Jahr am College beginnt sie sich eine Arbeit zu suchen. Sie war sich bereits im Vorhinein klar, dass sie auf keinen Fall Lehrerin werden wollte und fan schließlich den Job als "Computer", der sie schlussendlich zum Programmieren brachte. Ihr erster Mann - John Mauchly - war einer der Entwickler des ENIACs.


Sie stirbt im April 2006 an Krebs.


Frances V. Spencer ist eine von sechs ENIAC-Frauen, die als Programmiererinnen an einem geheimen Kriegsprojekt arbeiteten
Frances V. Spencer

Frances V. Bilias Spencer


Nicht ganz ein Jahr später wird Frances im März 1922 in Philadelphia geboren. Sie besucht die Temple Univsersity, bis sie

zur Chestnut Hill University wechselt, weil sie dort ein Stipendium bekommt. Sie studiert dort Physik und Mathematik. Auf der Chestnutz Hill Univsersity trifft sie auch erstmals auf Kathlee "Kay" und kommt gemeinsam mit ihr zu dem Programmieren des ENIACs. 1947 heiratet sie einen ENIAC-Ingineur und gibt kurz darauf ihre Arbeit auf, um mit ihm eine Familie zu gründen.


Sie stirbt im Juli 2012.

Marlyn Wescoff Melzer


Marlyn Melzer

Im selben Jahr und ebenfalls in Philadelphia wird Marlyn im Dezember geboren. Sie geht gemeinsam mit Frances V. Spencer auf die Temple University, bis die auf die Chestnut Hill University wechselt. 1942 schließt sie ab und beginnt bei der Moore School of Engineering, wo sie Wettervorhersagen macht. Ein Jahr später kommt sie stößt sie zu den anderen um ballistische Flugbahnen zu berechnen. 1945 wird sie gemeinsam mit den anderen in das ENIAC-Team aufgenommen, scheidet jedoch nur 2 Jahre darauf aus, um zu heiraten.


Sie stirbt im Dezember 2008.


Ruth Teitelbaum


1924 wird Ruth in Texas geobren. Sie studiert Mathematik am Hunter College und kommt dadurch an die Moore School of Electronical Engineering, wo sie sich mit den anderen 5 dem ENIAC-Programm anschließt. Auch sie heiratet einen ENIAC-Ingieneur. Später wechselt sie nach Maryland in das Forschungslabor Aberdeen Proving Ground, wo sie für mehr als zwei Jahre die nächste Gruppe an ENIAC-Programmiererinnen einlernt.


Sie stirbt 1986 in Dallas.

Betty Jean Jennings Bartik


Die Jüngste der Sechs wird im selben Jahr 3 Tage nach Weihnachten geboren. Sie besucht eine on-room-school - das ist eine Schule, wo alle Schülerinnen jeglichen Alters in einem einzigen Raum unterrichtet werden und spielt ausgesprochen gut Softball. Weil sie so ländlich lebt muss sie bereits mit 14 ausziehen, um auf eine High School zu gehen und fährt dort täglich mit dem Auto hin. In den 1920ern nahm mans da noch nicht so genau. In nur 2 Jahren schließt sie die High School ab und geht in die Nothwest Missoury State University, mit einem Major in Mathe und Englisch. Nachdem sie bei ENIAC gearbeitet hat wechselt sie kurzzeitig zu der Eckert Mauchly Computer Corporation, wo sie mit Marlyn Mauchly zusammenarbeitet. 1949 programmiert sie den BIANC, einen nutzerfreundlichere Alternative zum ENIAC. Danach entwarf sie die Logik des UNIVAC - der erste kommerzielle Computer, der in den USA verkauft wurde.


Sie stirbt 2011 in New York.

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