Hatschepsut - Was wir von der ersten Pharaonin lernen können!

Hatschepsut ist das perfekte Beispiel dafür, dass es schon immer Bossinnen! gab. Vor rund 3500 lässt sie sich zum ersten weiblichen Pharao in Ägypten krönen, obwohl eigentlich nur Männer die Herrschaft übernehmen konnten. Trotzdem besteht sie auf ihren Anspruch auf den Thron und trickst sowohl die Gesellschaft als auch Historiker und Historikerinnen nach ihrer Zeit raffiniert aus.


Für die ganze Geschichte und alle auch heute noch relevanten Diskussionsfragen, die Hatschepsuts Story aufwerfen, hör dir hier unsere Podcast Episode an.


01 Schon damals funktionieren positive Affirmations!

Laut Beschreibungen klingt Hatschepsut wie eine der selbstbewusstesten Frauen überhaupt. In Inschriften spricht sie von sich selbst als frisch, außerordentlich schön und göttlich. Und mit dieser Einstellung schafft sie es sowohl die Priester als auch andere mächtige Unterstützer von sich zu überzeugen, die sie schlussendlich bei ihrer Krönung zum Pharao unterstützen. Die Voraussetzungen für Hatschepsut waren damals alles andere als ideal. Und trotzdem bringt sie ihr Selbstvertrauen an ihre Ziel.


"Ich bin außerordentlich, ein wunderschönes Mädchen, frisch, von ausgeglichenem Wesen, in jeder Hinsicht göttlich."

3500 Jahre später und es funktioniert noch immer! Model Ashley Graham zum Beispiel stand am Anfang ihrer Karriere vor ähnlichen Herausforderungen: Durch ihren Körperbau schien sie nicht in die damalige Modewelt zu passen. Sie gibt jedoch nicht auf, glaubt an sich selbst und lässt sich von ihrem "anders aussehen" nicht unterkriegen. Heute ist sie eines der erfolgreichsten Models und erwähnt dabei immer, wie ihr Positive Affirmations dabei geholfen haben:



Was heißt das also für uns? Affirmations!



Darstellung von Hatschepsut als Mann
02 Dein Aussehen beeinflusst nicht dein Können!

Vor rund 3500 Jahren war es in Hatschepsuts Fall ein Nachteil eine Frau zu sein. Für ihren Nachfolger, Thutmosis III, war ihre Weiblichkeit jedoch ein Vorteil. Hatschepsut regiert in ihrer Zeit über ein friedliches Ägypten. Anstatt Kriege zu führen und zu erobern, erkundigt sie lieber andere Länder und bringt wertvolle Waren mit: Weihrauch, Pfeffer, Gold, aber auch Tiere wie etwa Affen, Geparden oder Wildhunde. Sie nutzt diese Güter um den Handel am Nil voranzutreiben. So schafft sie es, dass Ägypten einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt.



"Der einzige Unterschied zwischen mir und einem Mann ist, dass ich einen weiblichen Körper habe."

Die Frage, ob es wirklich grundsätzliche Unterschiede zwischen den Führungsstilen von Frauen und Männern gibt, ist schwierig zu beantworten. Diverse Studien kommen auf sehr widersprüchliche Ergebnisse: Die einen scheinen zu belegen, dass Frauen emotionaler und empathischer führen, die anderen widerlegen diese Theorien wieder und beweisen das Gegenteil. Fakt ist: Wir feiern, dass es überhaupt möglich ist solche Studien durchzuführen. Für die Unterschiede von Männer und Frauen in Führungspositionen braucht es nämlich klarerweise Frauen, die solche Ämter innehaben. Und das war nicht immer der Fall.

Kleiner Exkurs:

Aktuell gibt es 26 weibliche Staatsoberhäupter bzw. Regierungschefinnen weltweit

(von 202 anerkannten Staaten):


1. Bidhya Devi Bhandari (Nepal) - Präsidentin

2. Tsai Ing-wen (Republik China) - Präsidentin

3. Kersti Kaljulaid (Estland) - Präsidentin

4. Halimah Yacob (Singapur) - Präsidentin

5. Paula Mae Weekes (Trinidad und Tobago) - Präsidentin

6. Sahle-Work Zewde (Äthiopien) - Präsidentin

7. Salome Surabischwili (Georgien) - Präsidentin

8. Zuzana Čaputová (Slowakei) - Präsidentin

9. Katerina Sakellaropoulou (Griechenland) - Präsidentin

10. Vjosa Osmani (Kosovo) - Präsidentin

11. Maia Sandu (Moldawien) - Präsidentin´

12. Samia Suluhu Hassan (Tansania) - Präsidentin

13. Angela Merkel (Deutschland) - Bundeskanzlerin

14. Erna Solberg (Norwegen) - Ministerpräsidentin

15. Saara Kuugongelwa-Amadhila (Namibia) - Premierministerin

16. Ana Brnabic (Serbien) - Ministerpräsidentin

17. Carrie Lam (Hongkong) - Chefadministratorin

18. Jacinda Ardern (Neuseeland) - Premierministerin

19. Katrín Jakobsdóttir (Island) - Ministerpräsidentin

20. Mia Mottley (Barbados) - Premierministerin

21. Mette Frederiksen (Dänemark) - Ministerpräsidentin

22. Sanna Marin (Finnland) - Ministerpräsidentin

23. Rose Christiane Raponda (Gabun) - Premierministerin

24. Victoire Tomegah Dogbé (Togo) - Premierministerin

25. Ingrida Šimonyte (Litauen) - Premierministerin

26. Kaja Kallas (Estland) - Premierministerin


Laut UN Women haben sich die Länder, in denen mindestens 50% der MinisterInnen weiblich sind, von 14 (2020) auf 13 (2021) verringert. Österreich belegt hierbei den zweiten Platz!


Länder mit 50% oder mehr weiblichen MinisterInnen (Stand: April 2021)

  1. Nicaragua – 58.82%

  2. Österreich – 57.14%

  3. Schweden – 57.14%

  4. Belgien – 57.14%

  5. Albanien – 56.25%

  6. Rwanda – 54.84%

  7. Costa Rica – 52.00%

  8. Kanada – 51.43%

  9. Andorra, Finnland, Frankreich, Guinea-Bissau, Spanien – 50.00%

Lies dich noch mehr ein! (Quelle: UN Women):

IPU_WomenInPolitics_2021_EN_LR
.pdf
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Was heißt das für uns? Heute ist die Lage um einiges besser aber durchaus auch noch sehr verbesserungswürdig.

Totentempel der Hatschepsut
03 Irgendwann kommt immer die Wahrheit ans Licht!

Und wow. Hatschepsut musste fast 3500 darauf warten. Natürlich sollte man alle Erfolge von Frauen sofort feiern und nicht erst Jahrtausende später. Und wir wollen hiermit auch nicht sagen, dass man einfach abwarten soll, bis vielleicht irgendwann mal die Erfolgsgeschichte aufgedeckt wird. Trotzdem empfinden wir doch eine kleine Genugtuung, dass Hatschepsuts Story heute bekannt ist und sich die Zeiten geändert haben. Die meisten von Hatschepsuts Darstellungen und Skulpturen wurden in den auf ihre Regierungszeit folgenden Jahren gewaltvoll zerstört. Man dachte so die Vergangenheit auslöschen zu können, in der tatsächlich eine Frau regiert hatte. Jahrtausende später jedoch findet man Überreste ihres verschütteten Grabes und Hinweise auf ihr Leben, die sie heute unsterblich machen.


Und was heißt das jetzt für uns? Irgendwie erinnert uns das an Fall Out Boy.



Hör dir hier die ganze Podcast-Episode an und feier gemeinsam mit uns!


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